Und wieder ging im Saal das Licht aus – und am Ende mit großem Applaus wieder an – das „Junge Theater“ und der Unterstufenchor inszenieren wieder gemeinsam

Die rotzfrechen Gören (Katia Hettinga,
Marlon Eckert und Maria Schell)

Immer wieder und wieder blitzt es in der Aula des Goethe-Gymnasiums, das Licht geht aus und wieder an. Hat sich ein Unwetter über dem Gymnasium zusammengebraut oder finden jetzt etwa auch zu abendlicher Zeit Bauarbeiten statt? Nein, vor vollem Haus führen in der Aula das „Junge Theater“ unter der Leitung von Norma Hambrecht und der Unterstufenchor unter der Leitung von Berthold Braitsch das Kriminalstück „Wenn im Saal das Licht ausgeht“ von Alexa Thiesmeyer auf.

25 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-8 spielen und singen mit und auf der Bühne geht es zuweilen trubelig zu. Und das ist auch kein Wunder: Schließlich finden alle Ereignisse in dem Kriminalstück in einem beengten Hotelsaal statt.

Die exaltierte Opersängerin Tina Toledo mit
ihrer Begleitung (Vanessa Metzger, Jossi Eckes,
Rosa Brummack, Leonie Wörner)

Zur Handlung: Im schönen Hotel am Elzdamm treffen viele illustre Bade- und Urlaubsgäste aufeinander, darunter eine berühmte Opernsängerin mit ihrer Familie. Weil ein Gewitter naht, sucht eine bunte Vielfalt menschlicher Charaktere Schutz in dem beengten Hotelsaal der Hotelchefin Lehmann (Lea Sammel): neben der arroganten, exaltierten Opernsängerin Tina Toledo (Vanessa Metzger), ihrem schweigsamen, eingeschüchterten Freund Helmut (Jossi Eckes) und seinen gelangweilten Töchtern Susi (Rosa Brummack) und Rosi (Leonie Wörner) sind das die respektlosen Jugendlichen Charlie und Katja (rotzig: Marlon Eckert und Katia Hettinga), das sparsame, aber rücksichtslose Ehepaar Mückenhuber (wunderbar geizig: Sophia Mayrhofer und Fabio Wohlfahrt), das alte schwerhörige Ehepaar Ollig (gebrechlich: Annelie Utz und Lea Eckes) und die beiden fordernden Teenager (frech und anmaßend: Jil Packelbusch und Delphine Rentsch).

All diese werden bedient von den Bediensteten des Hotels, die sich mehr oder eher weniger Mühe im Umgang mit den Gästen geben (Maria Schell, Theresia Gundlach, Katharina Schuldt und Elias Laibach).

Kommissar Bond tritt auf (Gabriel Gnädinger)

Und – natürlich bei einem Krimi – kommen noch zwei Polizisten hinzu (Gabriel Gnädinger und Ben Löhle), um die Unsicherheit der Anwesenden noch zu verstärken, die sich zunächst nicht sicher sind, ob es sich bei den Herren nicht doch um Mafiosi handele.

Als bei einem Stromausfall die wertvollen Perlen der Opernsängerin verschwinden, nimmt die Handlung an Fahrt auf: Wo sind die Perlen hin, wurden sie gestohlen?

Bis zum überraschenden Fund der Perlen durch den Bettler Ole (Konstantin Sauter) werden allerdings die einzig vermeintlichen Prominente im Saal, Gräfin Geierhoff (Celine Schwab) und ihre Assistentin (Johanna Welcker), als wirkliche Bankräuberinnen mit Unterstützung der Polizeipräsidentin (Kaltrina Gashi) enttarnt und abgeführt, unter ständigem Drängen der BZ-Reporterin (Celine Biena) nach reißerischen Schlagzeilen.

Ohne dass die unzuverlässige Elektrik durch die Handwerker (Maria Künstle und Celine Biena) repariert wird, endet schließlich der Krimi-Reigen im Blitzlicht des Gewitters.

Für große Lacher sorgten die schrägen Charaktere, die von den Mitwirkenden gelungen übertrieben inszeniert und umgesetzt wurden.

Zwischen den Szenen sorgte der Unterstufenchor mit bekannten Hits wie „Pack die Badehose ein“ über Pink Floyds „We don’t need no education“ bis hin zur Tatort-Melodie und dem James Bond-Hit „Skyfall“ für die passende Untermalung und Spannung. Unterstützt wurden der Unterstufenchors dabei von den bewährten Musikern der Band Jannick Metzger (Gitarre), Manuel Schmolck (Bass), Maximilian Weiß (Schlagzeug) und Berthold Braitsch (Klavier).

Das großartige Engagement aller Mitwirkenden, die lebendige Inszenierung und die fröhliche Atmosphäre wurden zu Recht mit viel Beifall des zahlreich erschienen Publikums belohnt.

  

Nicole Steinbach