Sound of Europe – 5 Tage, 4 Nationen, 3 Sprachen und viel Musik

Das GGE fährt im Rahmen des Erasmus+ Projekts « Klangwelten » nach
La Garde/Frankreich

        Die ganze Gruppe beim Besuch des Rathause in La Garde, 30.1.2018 (Photo BEK)

Aus Raum 326 des Lycée de Coudon in La Garde ertönt das Geräusch von
Holzbohrern, Feilen und Hämmern. Mit roten Backen, verstaubten Haaren und
Sägemehl unter den Fingernägeln arbeiten 10 Schüler aus Frankreich,
Deutschland, Litauen und Österreich an selbstgedrechselten Bambusflöten.
Schritt um Schritt stehen ihnen die französischen Lehrern Fatima Anchetabehere
und Mohamed Essatte zur Seite.


Während aus den einfachen Bambusrohren nach und nach Flöten entstehen,
werden unter der Leitung weiterer französischer Lehrer zwei andere Workshops
durchgeführt. Bei Gilles Thebault und Vincent Sales sind die Schüler auch am
Sägen und Basteln, allerdings bearbeiten sie kein Holz sondern einfache
Plastikrohre aus dem Baumarkt. Diese wurden vorher exakt ausgemessen, damit
beim Klopfen auch der richtige Ton erklingt. Auf der Tafel hinter Gilles Thebault
erkennt man noch die physikalische Formel, mit der er das Verhältnis von Länge,
Ton und Schwingung erklärte – auf französisch gespickt mit ein paar Brocken
Englisch und vielen arabischen Zahlen sowie lateinischen und griechischen
Buchstaben für die Formel. Die Welt in La Garde ist eindeutig international.


Zwei Türen weiter trifft man den richtigen Ton im Workshop der Lehrer Eric
Desblanches und Jean-Francois Bez ganz ohne physikalische Vorberechnungen:
Am E-Piano wird ganz einfach eine oder mehrere Tasten gedrückt, Klänge
entstehen,werden verfremdet und verzerrt und schließlich digitalisiert.


Jeder der fast 40 teilnehmenden Schülern durchläuft alle drei Workshops und am
Ende des ersten Tages der gemeinsam verbrachten Woche vom 28.1. bis zum
3.2.2018 sind bereits etliche Tondateien sicher abgespeichert, die in den
folgenden Tagen auf ihre Zusammen-und Abmischung warten.


Dazu hat die französische Schule unter der Regie von Marylène Barriant eigens
einen Tontechniker engagiert, der mitsamt seiner Ausrüstung ein mobiles
Tonstudio im Salle Polyvalente einrichtet. Neben den vielen, völlig
unterschiedlichen Tonspuren aus den Workshops kommen nun noch Gesang,
Gitarre, Schlagzeug hinzu und es entstehen immer wieder neue Loops und
Versatzstück, die die Schüler mithilfe des Experten bis zum Ende der Woche zu
dreieinhalb Songs zusammengebastelt haben. Die Songs klingen noch nicht wie
bei Ed Sheenan oder Kathy Perry, aber zwischen Disco-Tanzmusic und
melancholischer « Grabesmusik » (Zitat Schüler) ist alles dabei. Aber es sind ja
noch fast anderthalb Jahre Zeit für Nachbesserungen!


Die Songs sollen mit weiteren Klängen bei den Stationen in Klaipeda (Litauen)
und bei uns in Emmendingen am Goethe-Gymnasium ergänzt und eventuell auch
neu gemischt werden, herauskommen soll später eine CD, die sich dann
tatsächlich für ein Partyevent, wie es die Schule unserer letzten Station bei
Salzburg (Österreich) plant, einsetzen lässt. Wir sind gespannt.


Wie auch bei den letzten beiden europäischen Projekten, damals noch Comenius-
Projekten, die Herr Becker und Frau Harzer für das GGE initiiert hatten, klappte
auch dieses Mal die Zusammenarbeit der 4 Nationen trotz Sprachbarrieren auf
magische Weise. Auch das schöne Rahmenprogramm, das die französische
Schule bot und das uns nach Marseille und Toulon und sogar einmal an einen
Strand der Cote d’Azur führte, trug viel dazu bei, dass die Schüler und
Schülerinnen der verschiedenen Nationen schnell in Kontakt und ins Gespräch
kamen. Man lauschte den Klängen der russischen und französischen Liedern der
anderen Schüler und Schülerinnen, wunderte sich über lasche (Litauen) oder
strenge (Frankreich) Schulregeln, feierte und tanzte zusammen und kehrte nach
einer Woche mit einem Adressbuch voller internationaler Kontakte und vielen
neuen Eindrücken in die eigene Schule zurück. Vive l’ Europe !!

Christiane Harzer, Lehrerin am GGE