Austausch mit der Waldegrave School in Twickenham/England 3.-9.7.2012


„Rain? What rain?" Mrs Lyon von der Waldegrave School for Girls in Twickenham zieht erstaunt ihre Augenbrauen hoch, während die gutorganisierte Hälfte der 38 GGE-Schüler und Schülerinnen aus unserer 8. Jahrgangsstufe den Schirm zückt.

Es ist Mittwoch, der 4. Juli, 12 Uhr und wir befinden uns im St. James Park in London, der in Anbetracht der Tatsache, dass es gerade Sommer ist, grüner nicht sein könnte. Die Digitalkameras sind bereits voller Bilder von englischen Telefonzellen, Briefkästen und patrouillierenden Palastwachen mit Bärenfellmützen.

Eigentlich ist gerade „lunch break", jedoch ist bei den meisten das liebevoll gerichtete Lunch-Paket der Gastfamilien schon aufgegessen. Man teilt sich freundschaftlich die letzten „crisps", vergleicht die unterschiedlichen Geschmackrichtungen und freut sich trotzdem über die Pause, denn wir sind bereits seit 7.30 Uhr unterwegs, lernten den Londoner Berufsverkehr kennen und hatten eine Führung in den „Houses of Parliament".

Und überhaupt ist am ersten Tag in England alles irgendwie anstrengend und neu: der Linksverkehr (alle), die Klospülung (Jannik), die Lichtschalter (Marina) und englische Sätze wie „There you go!"(Franzsika) vor dem Essen. Soll man jetzt anfangen zu essen oder lieber noch ein bisschen gucken? Ist das jetzt der richtige Zeitpunkt, um „I don't mind" zu sagen? Diesen Satz fanden die deutschen Begleitlehrerinnen Christiane Harzer, Uta Weiß und Alrun Stoye so wichtig, dass sie es sich nicht nehmen ließen auf der Hinfahrt im TGV bzw. Eurostar darüber lange Vorträge zu halten.

Es regnete übrigens nicht das letzte Mal in dieser Woche und bald wussten die meisten, was Regenschirm auf englisch heißt (viele) bzw. wurden direkt von den sehr freundlichen Familien damit ausgestattet (Christina). Nun, der Regen gab den Bildern aus dem London Eye eine englisch Patina, beim Shakespeare Workshop war man froh, drinnen zu sein und am Wochenende konnte man es sich ja mit der Partnerin selbst aussuchen, ob man nass wurde oder nicht.

Sonderbarerweise war am Tag des Schulbesuchs strahlender Sonnenschein, so dass es manchen GGE-Schüler bzw. Schülerinnen schwer fiel, sich auf den Unterricht zu konzentrieren. Nein, das lag nicht nur an der Sprache, alles ist einfach „viel strenger" als bei uns (Taisa). Zum Glück zeigten sich die Waldegrave-Lehrerinnen nach Entschuldigungskarte voller netter englischer Worte und Schokolade wieder versöhnlich.

Neben dem tollen Programm der Schule sorgten Großereignisse wie der erste Brite seit langem im Wimbeldon-Finale und die Vorboten der Olympischen Sommerspiele für Unterhaltung, wie nicht nur die GGE-Schüler und Schülerinnen sondern auch die Begleitlehrerinnen bei den vielen Gesprächen mit den englischen Kolleginnen feststellen konnten. Vier von ihnen werden im Oktober für eine Woche mit 37 Waldegrave-Schülerinnen zum Gegenbesuch nach Emmendingen kommen. Darauf freuen wir uns - whatever the weather!

Christiane Harzer, 9.7.2012