Hochsommerlicher Hörgenuss bei der Goethe-Bigband-Night 2017

Bei hochsommerlichen Temperaturen fand dieses Jahr die dreizehnte Goethe Bigband-Night in der Steinhalle statt – und heizte den Besuchern musikalisch noch mehr ein. Ergänzt wurden sie dieses Jahr durch die Madison College Big Band – ein weiterer Hörgenuss.

Die Big Band aus dem Bundesstaat Wisconsin (USA) unter der Leitung von Jamie Kember startete im Rahmen der Goethe-Bigband-Night 2017 ihre Tournee durch Deutschland und heizte den Zuhörern nach Darbeitungen der Goethe-Bigband und Goethes Groove Connection den Besuchern noch mehr ein.

Jazzmusik stand an diesem Abend bewusst im Vordergrund, da das Schulmusical „1590“, das in drei Wochen aufgeführt wird, einen anderen Schwerpunkt setze, betonte der musikalische Leiter Joachim Müller in seiner Ansprache.

Die Goethe Bigband eröffnete mit vier Titeln den Jazzabend. Schon nach den ersten Takten von „Hit the Road Jack“ wippten die Füße der Besucher im Takt mit. Von Latin-Jazz bis Swing erstreckte sich das Repertoire der versierten Musiker, von denen einige überzeugende Soli einbrachten. Beim letzten Beitrag „The Groove Merchant“ übernahm Musikmentorin und Bassistin Maja Ziemer die musikalische Leitung.

In der Folge präsentierte Goethes Groove Connection weitere vier Titel auf. Passend zum hochsommerlichen Abend erklangen ruhige und rockige Töne. Szenenapplaus erhielten weitere Solisten. Besonderen Einsatz zeigte Maximilian Weiß am Schlagzeug, der seinen letzten Einsatz hatte, und wie einige andere Spieler mit seinem Abitur die Band nach diesem Schuljahr verlässt. Lücken bleiben zwar, werden aber schnell durch nachrückende Musiker geschlossen. Die kontinuierliche Entwicklung der Ensemble-Mitglieder wurde besonders beim Gesang deutlich: die talentierte Elena Braun sorgte mit ihrer wundervoll souligen Stimme in der Jazzballade „Here's to Life“ für Gänsehautvergnügen und zeigte dabei, wie sehr die Bands von der Entwicklung ihrer Mitglieder profitieren.

Das Highlight der Groove Connection setzte „Feeling good“ ebenfalls mit Elena Braun im Gesang.

Nach diesen gelungenen und überzeugenden Darbietungen übernahm die Madison College Band die musikalische Leitung. Dass ein Auftritt der College Band aus Madison, Freiburgs Partnerstadt, in Emmendingen stattfand, ist dem Elternvertreter Ulrich Struve zu verdanken: Seine beruflichen Kontakte beim Austauschprogramm zwischen Studierenden der Universität Freiburg und den USA ermöglichten den Auftritt der Band in Emmendingen. Weitere Konzerte erfolgten in bereits in Rüsselsheim, Kassel und schließlich in Freiburg.

In ihrem Repertoire griffen die 24 Musiker unter der Leitung von Jamie Kember auf die reiche musikalische Geschichte des Big Band Jazz zurück, nicht ohne dem deutschen Publikum eine Komponistin näher zu bringen – eine Frau unter den so zahlreichen männlichen Kollegen, die das Publikum nach dem Konzert namentlich kennen sollte: Mary Lou Williams, die für die Jazzlegende Duke Ellington und sein Orchester komponierte. Titel wie „Night an Day“ oder das rockige „Roll' Em“ begeisterten die Besucher.

Neben bekannten Titeln präsentierte die Band auch Eigenkompositionen ihrer Sängerin Lo Marie, die diese mit Gesang und Gitarre vortrug. Die Besonderheit des Jazz' liege, so Kember, in seiner flexiblen Veränderbarkeit, die schnelllebiger sei als in allen anderen Stilrichtungen der Musik. Innovativ und experimentell interpretierte die Band ein Stück von Don Ellis mit dem Solisten Charles Wagner, der eigens dazu aus Bern angereist war. Der mitreißende 12/4-Takt, die fanfarenartigen Bläserszenen und der rockige Groove rissen die Besucher mit sich.

Am Ende versammelten sich Goethes Bigband, die Groove Connection und die Madison College Band gemeinsam auf der Bühne, um mit „Move to the Big Band“ das gemeinschaftliche Highlight des Abends zu setzen. Ein beeindruckendes Musikerlebnis!

Nicole Steinbach