Abitur Entlassfeier 2019

„In dieser heftigsten Zeit immer zusammen!“ - Bei der Entlassfeier erhielten 66 Abiturientinnen und Abiturienten das Abituzeugnis und feierten ihren engen Zusammenhalt
 
Bei der Entlassfeier in der Aula des Goethe-Gymnasiums am Freitag (12.07.2019) erhielten 66 Abiturientinnen und Abiturienten das Abiturzeugnis von Schulleiter Ulrich Schmidt überreicht und feierten in einer emotionalen Feier mit eindrücklichen Reden ihren engen Gruppenzusammenhalt.

In seiner Ansprache erklärte Ulrich Schmidt, dass er die Absolventen mit Staunen und Schmunzeln betrachte, habe er einige doch bereits als Fünftklässler kennengelernt. Schmunzelnd, wenn er die ungeheure Vielfalt erkenne, die die nun Erwachsenen ausmache, staunend in Bezug auf die vielen Talente, die jeden einzelnen auszeichneten und zu einem Original machten.

Mit ihren Abiturpräsentationen am 4. Juli 2019 hätten die Absolventen nun ihren eigenen „Independence Day“, den sie alleine oder zusammen international feiern könnten.
Auch auf das diesjährige Motto der Abiturienten ging Ulrich Schmidt ein: „Abicetamol – 12 Jahre Schmerz haben ein Ende“ sei für ihn nicht überzeugend, wenn er sich an die zahlreichen freudigen Erfahrungen der vergangenen Jahre erinnere.

Deshalb gestaltete Ulrich Schmidt seinen eigenen Übertrag des Abimottos: Abicetamol als fieber- und schmerzlinderndes Medikament, das dazu dienen könne, Aufregung zu vermeiden, sich das Leben leichter zu machen und bloß nicht genau hinzusehen, was so alles passiere und wie es manche Menschen auch machten, die im „Dauerdelirium“ lebten.
Mit drei Plakaten appellierte Schmidt deshalb an die Absolventen, genau dies nicht zuzulassen, denn „Aufwachen, Männer! Lasst das –cetamol!“ sei die Message, um die es gehe, sei es bei Fritz Kolas Plakat des G20-Gipfels von 2017, in Herbert Grönemeyers gesellschaftskritischem Lied „Luxus“ oder bei dem Charakter Walt Kowalskis im Filmdrama „Gran Torino“.

Ulrich Schmidt forderte die Absolventen auf, mit ihrem umfangreichen, fächerübergreifenden Können, das sie nach all den Schuljahren erlangt hätten, genau hinzusehen, nachzufragen und sich der großen aktuellen Schwierigkeiten anzunehmen. Diese, erläuterte Schmidt mit eindrücklichen Beispielen, gründeten sich „in der himmelschreienden Diskrepanz zwischen schier wahnsinniger Freiheit und nie dagewesener Ungleichheit“. In seinem Schlusswort appellierte Schmidt eindringlich an die Absolventen, „wach“ und „gebildet“ im Sinne von Hannah Arendt zu sein, was heißt, für sich und andere Verantwortung zu übernehmen und mitzuwirken, dass die Welt ein menschenfreundlicheres Gesicht erhalte.]
 
Diesen Appell nahm Oberbürgermeisterstellvertreterin Ute Haarer-Jenne in ihrem Grußwort an die Absolventen auf, in dem sie sie aufforderte, in „Mündigkeit, Mut und Demut“ mit dem Abitur ins Leben zu gehen. Dabei sei es das Wichtigste, die Erinnerungen und Erfahrungen in der Schulzeit zu bewahren und „glücklich zu sein“. Dennoch sollten die Absolventen den Einsatz ihrer Eltern und Lehrer nicht vergessen, die manches Mal „vielleicht sogar fleißiger“ als sie gewesen seien und mit dem Monster „Pubertät“ gekämpft hätten.
 
Dass er in seiner Rolle als Elternvertreter der Kursstufe genau an richtiger Stelle sei, erläuterte Dietger Bothe in seiner Ansprache. Gerade der Einblick in die Entwicklung der Kursschüler als Vater ermögliche es ihm, den Absolventen sechs Ratschläge zu erteilen.

1. „Hört nie auf zu lernen!“ Denn mit Neugierde und kritischem Bewusstsein könnten die Absolventen Eigenständigkeit erreichen, die man wiederum mit anderen teilen könne. 2. „Seid nette Menschen!“ Denn ohne Empathie und Freundlichkeit komme man im Leben nicht weiter. 3. „Ihr müsst keinen Traum haben!“ Denn mit dem Streben nach dem einen großen Traum verpasse man die vielen kleinen Wunder im Leben. 4. „Nur keine Eile!“ Denn die Lebenserwartung sei heute so hoch, dass man sich Zeit zum Überdenken wichtiger Fragen nehmen sollte. 5. „Seid stolz!“ Als Appell, sich selbst als Original wahrzunehmen und sich nicht ständig mit anderen zu vergleichen oder vergleichen zu lassen. Und 6. „Bereut nichts!“ Denn am Ende zähle nicht das, was man getan habe, sondern das, was man nicht gewagt habe.

In ihren Reden gingen die AbsolventInnen Malena Caligari, Gina Flügler und Jan Sorokovski  auf ihre lange Schulzeit, nämlich „Zweidrittel unseres bisherigen Lebens“, ein. Jetzt stehe die große Entscheidung an: „Wohin geht’s?“

Doch in dieser schwierigen Situation seien sie nicht allein. Die Kursstufe, so betonte Malena Caligari, „ist eine Einheit, die zusammensteht“, in der sich jeder für den anderen freut und einsetzt. Stolz könnten sie darauf sein und darauf, dass sie bleibenden Eindruck im Schulleben und in der Schulgemeinschaft hinterlassen und das nicht nur mit den „sichtbaren Gebrauchsspuren an den Mathematikbüchern“ oder der Durchschnittsnote des Jahrgangs von 2,2.

Dank für alles, was sie in den Jahren gelernt und erlebt hätten, was dazu beigetragen habe, was sie „jetzt“ seien, sprachen die Absolventen den Lehrern, der Oberstufenberatung, den Einzigartigkeiten, die das Goethe-Gymnasium biete, der Schulleitung und den Eltern und Familien aus.

Julia Krüger und Alena Istif gingen bei ihrer anschließenden Abitursrede auf ihre Erfahrungen in den verschiedenen Klassengemeinschaften ein: von der neu zusammengesetzten fünften Klasse über die Neusortierung im Profil bis zur Öffnung in der Kursstufe. Mit Erinnerungsappellen ließen die Rednerinnen ihre Entwicklung lebendig werden und zeigten auf, welch intensive Erfahrungen die Kursstufe in ihrer Neuorientierung und ihrem Zusammenwachsen zu einer Gemeinschaft erleben konnte. So sei diese „heftigste Zeit“ zu einer Zeit geworden, die sie gern geteilt hätten und somit für immer unvergesslich.


Musikalisch umrahmt wurde die Feier von Gesangsbeiträgen von Nina Biel, Yara Borchert, Ellis Hassmann und Anna Rapp, begleitet von Jan Sorokovski am Klavier. Sie sorgten mit „May it be“ (Enya) für emotionale Ergriffenheit, die sie im folgenden „Ain't no mountain high enough“ (Marvin Gaye) das Publikum mitreißend wieder lösten. Mit ihrem Schlussbeitrag „Ich geh heut nicht mehr tanzen“ (AnnenMayKantereit) deuteten Johanna Armbruster und Jan Sorokovski auf die nun herrschende Erschöpfung der Absolventen hin, die aber sicherlich schnell überwunden war: beim feierlichen Sektempfang des Vereins der Freunde des GGE im Anschluss und sicherlich auf dem am Abiball (am Samstag Abend).
 
Das Abiturzeugnis erhielten:
aus Emmendingen:
Alexander Apiok, Johanna Armbruster, Tamara Bär, Sinah Bauer, Viktoria Betger, Nina Biel, Yara Borchert, Alexander Borgdorf, Sophia Bothe, Robin Bührer, Johanna Buob, Maria Elena Caligari Santolaya, Mey Celik, Anna-Sophia Claus, Zara Colak, Phong Thanh Dinh, Ina Doninger, Manuel Eckstein, Henri Flamm, Gina Flügler, Elisa Graf, Anna-Lena Gutmann, Jonah Harms, Ellis Hassmann, Clara Hofheinz, Alena Istif, Denis Jahiri, Simona Jasnogorodska, Levi Kohal, Julia Krüger, Max Mack, Hajro Mededovic, Anuschka Merle, Clara Möll, Cedric Moosmann, Paul Oehlert, Anna Rapp, Richard Rehan, Luis Richter, Mirko Sattig, Jule Schuck, Jan Sorokovski, Jan Sulzberger, Nico Tritschler, Valentina Volkmer, Lucas Voßler, Mira Wagner, Sophie Warnstorf, Mira Wehrle, Simon Winkler, Lea Worm
 
aus Teningen:
Rosina Brinks, Theresa Früh, Antonia Gesing, Joel Issenhuth, David Klein, Michael Merz, Mirko Obrecht, Frederik Schulz, Lea-Maria Sindlinger, Lorenz Weingärtner, Anne Zimmermann
aus Bahlingen:
Larissa Kopp, Anna Oser
aus Freiamt:
Kirsi Schweiger, Ronja Schweiger
 
Preise für besondere Leistungen erhielten:
Bestes Abitur: Frederik Schulz (1,0), Clara Hofheinz (1,0), Nina Biel (1, 0) und Mira Wehrle (1,1)
 
Ferry-Porsche-Preis für exzellente Leistungen in Mathematik: Frederik Schulz
Lingua-Franca-Preis für besondere Leistungen in Englisch: Antonia Gesing und Mirko Sattig
Scheffel-Preis der literarischen Gesellschaft für herausragende Leistungen in Deutsch. Sophia Bothe
Schulpreis der Freiburger Goethe-Gesellschaft für ungewöhnliche Leistungen und besonderes literarisches Engagement in Deutsch: Nina Biel, Frederik Schulz und Sinah Bauer
Preis der Stiftung Humanismus Heute für herausragende Leistungen in Latein: Alexander Borgdorf
Schülerpreis des deutschen Spanischlehrerverbands für besondere Leistungen in Spanisch: Nina Biel
Schnabel-Medaille: Preis der oberrheinischen Stiftung für Geschichte und Kultur für besondere Leistungen in Geschichte: Clara Hofheinz
Thomas-Preis des ev. Kirchenbezirks Emmendingen für herausragendes Interesse am Fach ev. Religion:Ronja Schweiger
Preis der Schule für besondere Leistungen in Kunst:Alena Istif
Preis der Schule für besondere Leistungen in Musik: Mirko Sattig
Musikpreis der Schule für besonderes Engagement im Bereich Musik:Jan Sorokovski und Frederik Schulz
Karl-von-Frisch-Preis des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin für hervorragende Leistungen in Biologie: Mira Wehrle
Preis der Schule für besondere Leistungen in Biologie: Anna Rapp und Kirsi Schweiger
Abiturientenpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker für herausragende Leistungen in Chemie: Clara Hofheinz
Physik-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft: Clara Hofheinz
Abiturpreis Mathematik der Deutschen Mathematiker-Vereinigung für exzellente Leistungen und großes Engagement in Mathematik: Clara Hofheinz, Levi Kohal und Frederik Schulz
Preis der Schule für besondere Leistungen in Mathematik: Zarah Colak, Phong Dinh, Gina Flügler und Mira Wehrle
SMV-Preise für besonderen Einsatz für die Schulgemeinschaft: Malena Caligari, Phong Dinh, Gina Flügler und Elisa Graf
Preis des Vereins der Freunde für besonderes Engagement in der Schulgemeinschaft: Johanna Armbruster und Phong Dinh
 
 
Text/Fotos: Nicole Steinbach